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Bitte beachten Sie:

Die Darstellung der Ergebnisse ist ein Entwurf.

Ergänzungen, Änderungen und Korrekturen sind vorbehalten.

Stand: Januar 2021


Sie finden die Ergebnisse auch als *pdf unter den Dateien. Link zu 2021_01_Daten zu Arbeit und Beschäftigung

1 Arbeit und Beschäftigung

1.1 Überblick

Die Erwerbstätigenrechnung des Arbeitskreises des Bundes und der Länder (AK ETR) weist für den Arbeitsort Saarland im Jahresdurchschnitt 2019 rund 534.000 erwerbstätige Personen aus.

Hierunter waren rund 492.000 Arbeitnehmer*innen und 42.000 Selbständige. Die Zahl der Erwerbstätigen im Saarland ist seit 2012 um rund 9.000 Personen bzw. 1,7 Prozent gestiegen.


Mit Blick auf die Menschen mit einer beeinträchtigten Leistungsfähigkeit ließen sich für das Handlungsfeld Arbeit und Beschäftigung folgende Daten ermitteln:

  • 2018 weist die Bundesagentur für Arbeit im Saarland im Jahresschnitt rund 12.600 Beschäftigte mit einer Schwerbehinderung bzw. ihnen gleichgestellte Personen aus. Im gleichen Jahr waren durchschnittlich 1.800 schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Personen arbeitslos gemeldet.
  • 2019 gab es im Saarland knapp 25.500 Menschen mit einer geminderten Erwerbsfähigkeit.
  • Rund 3.300 Menschen gingen im Dezember 2019 einer Tätigkeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen nach, knapp 570 Personen besuchten eine Tagesförderstätte.

(https://www.statistikportal.de…ergebnisse/erwerbstaetige; letzter Aufruf 05.01.2021)


1.2 Berufliche Bildung und Ausbildung

Der Aspekt der beruflichen Bildung und Ausbildung betrifft den Übergang zwischen Schule und Beruf und damit sowohl das Handlungsfeld Bildung, Betreuung und Erziehung als auch das Handlungsfeld Arbeit und Beschäftigung.


Die dargestellten Daten erlauben in erster Linie die Angabe, wie viele Personen mit einer Schwerbehinderung bspw. in Ausbildung sind oder an einer bestimmten Maßnahme teilnehmen. Sie beruhen auf unterschiedlichen Quellen: dem Anzeigeverfahren nach SGB IX, der Eingliederungshilfestatistik, der Statistik Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) und Daten der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e.V. (BAG WfbM).

Diese Statistiken beinhalten allerdings keine Aussagemöglichkeit zur schulischen Herkunft - der Übergang von Schüler*innen mit Behinderung in Ausbildung und Beruf lässt sich daher nicht systematisch nachzeichnen.

So kann bspw. nicht angegeben werden, wie viele der Schüler*innen mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf (aus Regel- wie Förderschulen) eine berufliche oder schulische Ausbildung aufnehmen, eine Qualifizierungsmaßnahme der Bundesagentur für Arbeit durchlaufen oder in das Eingangsverfahren einer WfbM eintreten etc..

Zudem ist zu berücksichtigen, dass je nach Statistik unterschiedliche Begriffe von Behinderung Anwendung finden.


Das Anzeigeverfahren nach SGB IX gibt Auskunft über die Zahl der Auszubildenden mit Schwerbehinderung – allerdings nur in den meldepflichtigen Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeiter*innen:

Im Jahr 2018 wurden in diesen Betrieben im Jahresdurchschnitt insgesamt 81 Personen mit Schwerbehinderung ausgebildet.

Im Jahr 2012 waren es 66 Auszubildende mit Schwerbehinderung, die Zahl ist also leicht angestiegen. (Bundesagentur für Arbeit)

Wie viele Menschen mit Behinderung sich darüber hinaus in einer Ausbildung bspw. in Betrieben mit weniger als 20 Arbeitsplätzen befanden, kann anhand der aktuell geführten Statistiken nicht nachvollzogen werden.


Leistungen der Eingliederungshilfe zur Teilhabe an einer Berufsausbildung bezogen im Dezember 2019 insgesamt 18 Personen, in drei Fällen handelte es sich um stationäre Hilfen, in 15 Fällen wurden ambulante Hilfen genutzt.

Im Dezember 2013 waren mit 13 Personen deutlich mehr in einer stationären Hilfe, während die ambulanten Hilfen mit insgesamt 10 Personen etwas niedriger lagen.



Die Bundesagentur für Arbeit hält eine Reihe von Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen für benachteiligte, z.B. lernbeeinträchtigte, junge Menschen bereit, die auf Berufswahl und Berufsausbildung abzielen.

Im Jahr 2019 haben insgesamt 45 junge Menschen im Saarland eine solche Maßnahme begonnen, 2,6 Prozent von ihnen waren Menschen mit Schwerbehinderung.

Im Jahr 2012 waren es 60 Menschen mit einer Schwerbehinderung (2,1 Prozent).

Insgesamt wurden die Fördermaßnahmen häufiger von Männern als von Frauen genutzt; der Anteil der Frauen, die eine der unten aufgeführten Maßnahmen begonnen haben, lag 2019 bei 38 Prozent.




* Aus Datenschutzgründen und Gründen der statistischen Geheimhaltung werden Zahlenwerte von 1 oder 2 und Daten, aus denen rechnerisch auf einen solchen Zahlenwert geschlossen werden kann, anonymisiert (Statistik Bundesagentur für Arbeit).


Darüber hinaus bietet die Agentur für Arbeit besondere Leistungen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Nach § 19 SGB III gelten Menschen als behindert, „deren Aussichten, am Arbeitsleben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, wegen Art oder Schwere ihrer Behinderung im Sinne von § 2 Abs. 1 des Neunten Buches nicht nur vorübergehend wesentlich gemindert sind und die deshalb Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben benötigen, einschließlich lernbehinderter Menschen.“ Zu diesen Leistungen gehören u.a. auch Maßnahmen zur Ausbildungsförderung, dies sind „trägergestützte Ausbildungsmaßnahmen für behinderte junge Menschen, die eine begleitende Unterstützung während der Berufsausbildung benötigen. Sofern erforderlich, werden Ausbildungen auch mit weitergehender Unterstützung (z. B. in Berufsbildungswerken) angeboten.“ (Bundesagentur für Arbeit)


Im Jahr 2019 haben 33 Teilnehmende mit Behinderung eine solche Maßnahme begonnen, der Frauenanteil lag zuletzt bei 27 Prozent.

Im Jahr 2012 waren es 26 Personen mit einem Frauenanteil von 33 Prozent.




Menschen mit Behinderung, die bspw. eine Ausbildung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht absolvieren können und die die Anspruchsvoraussetzungen nach SGB IX erfüllen, können das Eingangsverfahren und anschließend den Berufsbildungsbereich einer WfbM durchlaufen (§ 57 SGB IX).

Zum 01.01.2019 betraf dies im Saarland 348 Personen (Statistik der BAG WfbM).

2012 waren es 366 Personen, die Zahlen pendeln seitdem auf einem ähnlichen Niveau.

Kostenträger dieser Leistungen ist regelmäßig die Bundesagentur für Arbeit, seltener auch die Rentenversicherung.


Abbildung 1 Belegte Plätze im Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich der Werkstätten



Quelle: BAG WfbM, Darstellung transfer

1.3 Schwerbehinderte Arbeitnehmer*innen

1.3.1 In Betrieben mit mindestens 20 Mitarbeiter*innen

Mit § 154 SGB IX sind Arbeitgeber mit mindestens 20 Mitarbeiter*innen in Deutschland dazu verpflichtet, schwerbehinderte oder diesen gleichgestellte Menschen zu beschäftigen: „Private und öffentliche Arbeitgeber […] mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen im Sinne des § 156 haben auf wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Dabei sind schwerbehinderte Frauen besonders zu berücksichtigen.“

Wird diese Beschäftigungspflicht von den Arbeitgebern nicht erfüllt, ist nach § 160 SGB IX eine Ausgleichsabgabe zu leisten.

Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung ist durch beschäftigungspflichtige Arbeitgeber jährlich der Agentur für Arbeit anzuzeigen (vgl. § 163 Abs. 2 SGB IX); hierdurch liegt für das Saarland eine detaillierte Beschäftigungsstatistik für Menschen mit Schwerbehinderung vor.


Im Jahr 2012 waren durchschnittlich knapp 10.800 Menschen mit Schwerbehinderung (einschließlich 1.437 gleichgestellter Personen und 66 Auszubildenden) auf einem Pflichtarbeitsplatz im Saarland beschäftigt.

Die Zahl ist seither gestiegen und lag zuletzt im Jahr 2018 bei durchschnittlich rund 12.600 Beschäftigten (einschließlich 2.538 gleichgestellten Personen und 81 Auszubildenden), dies ist ein Anstieg um 17 Prozent.

Im Jahr 2015 wurde zuletzt eine ergänzende Teilerhebung bei nicht anzeigepflichtigen Arbeitgebern zur Beschäftigung von schwerbehinderten Mitarbeiter*innen durchgeführt.

Demnach waren im Oktober 2015 weitere 1.900 schwerbehinderte Beschäftigte bei saarländischen Arbeitgebern mit weniger als 20 Arbeitsplätzen tätig.

Die Beschäftigten mit Schwerbehinderung sind unverändert häufiger männlich als weiblich, auch wenn der Anteil der Frauen von 37 Prozent (2012) auf zuletzt 41 Prozent (2018) angestiegen ist.


Abbildung 2 Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen auf Pflichtarbeitsplätzen (Jahresdurchschnitte)


Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


Die größte Gruppe der Beschäftigten mit Schwerbehinderung sind schwerbehinderte Menschen mit einem GdB ab 50, sie machten im Jahr 2018 durchschnittlich 79 Prozent aller Beschäftigten aus.

Ihnen gleichgestellte Personen mit einem GdB ab 30 stellten zuletzt 20 Prozent der Beschäftigten – diese Gruppe hat seit 2012 mit einem Zuwachs um 1.102 Personen am deutlichsten zugenommen.

Auszubildende mit Behinderung hatten zwischen 2012 und 2018 unverändert einen Anteil von unter einem Prozent an allen Beschäftigten.




Mit Blick auf die Altersstruktur der schwerbehinderten Beschäftigten zeigt sich, dass 2018 im Jahresschnitt 54 Prozent älter als 55 Jahre waren, weitere 45 Prozent waren zwischen 25 und unter 55 Jahre alt.

Der Anteil der höchsten Altersgruppe mit 60 Jahren und älter hat sich zwischen 2012 und 2018 von 18 auf 26 Prozent erhöht.


Die Beschäftigten waren seit 2012 mehrheitlich bei privaten Arbeitgebern angestellt.

Zuletzt waren dies im Jahr 2018 drei Viertel der schwerbehinderten Beschäftigten, ein Viertel war bei öffentlichen Arbeitgebern tätig.

Die Pflichtquote, 5 Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Mitarbeiter*innen zu besetzen, wurde im Saarland insgesamt seit 2012 nicht erreicht.

Die Ist-Quote lag jeweils bei knapp über vier Prozent.

Diese Quote ist bei den öffentlichen Arbeitgebern insgesamt höher – sie lag dort zuletzt bei 5,8 Prozent und erreicht somit für sich betrachtet die Pflichtquote.

Bei den privaten Arbeitgebern lag die Ist-Quote im Jahresschnitt 2018 bei 3,8 Prozent, also unter der angesetzten Pflichtquote.


Abbildung 3 Schwerbehinderte Beschäftigte nach Arbeitgebern (Jahresdurchschnitte)



Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


Mit Blick auf die Wirtschaftszweige zeigt sich, dass schwerbehinderte Beschäftigte mit 32 Prozent am häufigsten im verarbeitenden Gewerbe tätig waren, gefolgt vom Öffentlichen Dienst mit 19 Prozent der Beschäftigten.

In der folgenden Abbildung sind die Wirtschaftszweige, in denen 2018 mind. 5 Prozent der Beschäftigten tätig waren einzeln aufgeführt, die anderen Wirtschaftszweige sind in der Kategorie „Andere“ zusammengefasst.


Abbildung 4 Schwerbehinderte Beschäftigte nach Wirtschaftszweigen, Jahresdurchschnitt 2018


Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


1.3.2 Beschäftigte in Inklusionsbetrieben

„Inklusionsbetriebe sind rechtlich und wirtschaftlich selbständige Unternehmen oder […] geführte Betriebe oder Abteilungen zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, deren Teilhabe an einer sonstigen Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf Grund von Art oder Schwere der Behinderung oder wegen sonstiger Umstände voraussichtlich trotz Ausschöpfens aller Fördermöglichkeiten und des Einsatzes von Integrationsfachdiensten auf besondere Schwierigkeiten stößt.“ (§ 215 Abs. 1 SGB IX) In den Inklusionsbetrieben soll der Anteil der beschriebenen schwerbehinderten Menschen bei mindestens 30 Prozent der Beschäftigten liegen und in der Regel 50 Prozent nicht überschreiten, so Abs. 3 in § 215 SGB IX.


Seit 2014 gibt es im Saarland elf Inklusionsbetriebe (2012 und 2013: zehn Betriebe), die zuletzt insgesamt 248 Beschäftigte hatten – hiervon zählten 111 Beschäftigte zum Personenkreis schwerbehinderter Menschen, dies ist ein Anteil von 45 Prozent.


Abbildung 5 Beschäftigte in Inklusionsbetrieben, 2012 bis 2019


Quelle: Landesamt für Soziales, Berechnung und Darstellung transfer


Daten zu Alters- oder Geschlechterverteilung liegen nicht vor.

1.3.3 Arbeitslose

Neben der Beschäftigtenstatistik stellt die Bundesagentur für Arbeit ebenso eine Arbeitslosenstatistik für Menschen mit Schwerbehinderung bereit.

Demnach waren im Jahr 2019 durchschnittlich 1.962 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet, dies ist der höchste Wert seit 2015.

Für 2020 hat sich ein erneuter Anstieg der Zahlen angedeutet (vgl. Bundesagentur für Arbeit: Situation schwerbehinderter Menschen im Saarland, Nov. 2020).

Zuletzt waren die arbeitslos gemeldeten Schwerbehinderten jeweils hälftig den Rechtskreisen SGB III (Anspruch auf Leistungen der Arbeitsförderung, Betreuung durch die Arbeitsagentur) und SGB II (Anspruch auf Leistungen der Grundsicherung für Arbeitssuchende, Betreuung durch Jobcenter) zuzuordnen.

Hierbei fällt auf, dass der Anteil der Arbeitslosen nach SGB II seit 2012 von 62 Prozent auf 50 Prozent deutlich zurückgegangen ist.




Der Anteil schwerbehinderter Arbeitsloser an allen Arbeitslosen ist seit 2016 angestiegen und lag zuletzt im Jahr 2019 bei 6 Prozent.

Der Blick auf die Geschlechterverteilung zeigt, dass seit 2012 unverändert mehr Männer als Frauen arbeitslos gemeldet waren, jeweils rund 60 Prozent der schwerbehinderten Arbeitslosen waren männlich rund 40 Prozent weiblich.


Abbildung 6 Schwerbehinderte Arbeitslose nach Geschlecht und Anteil an allen Arbeitslosen



Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung transfer


Knapp die Hälfte der schwerbehinderten Arbeitslosen gehörte jeweils den Altersgruppen der 25- bis 54-Jährigen sowie der ab 55-Jährigen an.

Der Anteil der älteren Arbeitslosen hat seit 2012 deutlich zugenommen und stieg von 39 Prozent auf zuletzt 48 Prozent an.


Abbildung 7 Arbeitslose mit Schwerbehinderung nach Altersgruppen (Jahresdurchschnitte)



Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


Der Blick auf die Schulabschlüsse der arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Personen zeigt, dass diese im Jahr 2019 am häufigsten über einen Hauptschulabschluss verfügten (44 Prozent), 13 Prozent hatten keinen Schulabschluss.

2012 waren noch 57 Prozent mit Hauptschulabschluss verzeichnet und 15 Prozent ohne Schulabschluss.

Größere Verschiebungen hat es insbesondere in der Kategorie „keine Angabe“ gegeben, die 2012 einen Anteil von 8 Prozent und 2019 von 18 Prozent aufwies.


Abbildung 8 Arbeitslose mit Schwerbehinderung nach Schulabschluss (Jahresdurchschnitt)


Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


In Bezug auf die Berufsabschlüsse zeigt sich, dass rund 45 Prozent der Arbeitslosen mit Schwerbehinderung keinen Berufsabschluss hatten, 51 Prozent hatten eine abgeschlossene berufliche oder schulische Ausbildung, weitere 4 Prozent verfügten im Jahr 2019 über einen akademischen Abschluss.

Im Vergleich waren Arbeitslose mit Schwerbehinderung damit besser qualifiziert als Arbeitslose ohne Schwerbehinderung, von diesen hatten nur rund 40 Prozent entsprechende Abschlüsse.

Schwerbehinderte Arbeitslose ohne abgeschlossene Ausbildung gehörten mehrheitlich (ca. 61 Prozent im Jahr 2019) dem Rechtskreis des SGB II an.


Abbildung 9 Arbeitslose mit Schwerbehinderung nach Ausbildungsart (Jahresdurchschnitt)


Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


Die Zugänge in Arbeitslosigkeit erfolgten mehrheitlich aus einer Nichterwerbstätigkeit (Anteil an allen Zugängen: 54 Prozent), ebenso waren Abgänge aus Arbeitslosigkeit am häufigsten in eine Nichterwerbstätigkeit, u.a. Rente, zu verzeichnen (Anteil an allen Abgängen: 59 Prozent).

Die Anteile sind seit 2012 weitestgehend konstant.


Abbildung 10 Zugänge und Abgänge Schwerbehinderter in bzw. aus Arbeitslosigkeit


Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berechnung und Darstellung transfer


In 20 Prozent der Fälle wurde die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Schwerbehinderung durch den Eintritt in eine Erwerbstätigkeit beendet.

Die Bundesagentur für Arbeit stellt hierzu fest:

„Die Chance aus der Arbeitslosigkeit heraus in eine Erwerbstätigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt einzumünden ist bei schwerbehinderten Menschen geringer als bei nicht-Schwerbehinderten. So schafften im Jahresdurchschnitt 2019 lediglich knapp drei von 100 Schwerbehinderten die Rückkehr in das Beschäftigungssystem am ersten Arbeitsmarkt. Bei nicht-Schwerbehinderten waren es hingegen sechs von 100 Arbeitslosen.“ (Bundesagentur für Arbeit: Situation schwerbehinderter Menschen im Saarland, Nov. 2020, S. 7).


Im Jahr 2019 galten im Schnitt rund 39 Prozent der arbeitslos gemeldeten Schwerbehinderten als langzeitarbeitslos.

Das ist der niedrigste Wert seit 2012, wo der Anteil der Langzeitarbeitslosen noch bei knapp 47 Prozent lag – zugleich ist der Anteil höher als bei den nicht behinderten Arbeitslosen (ca. 31 Prozent).

Im Schnitt ist die Gruppe der schwerbehinderten Arbeitslosen daher auch länger arbeitslos gemeldet als Arbeitslose ohne Behinderung.

In den letzten Jahren hat sich die Dauer der Arbeitslosigkeit jedoch verkürzt, 2019 war sie durchschnittlich 55 Tage kürzer als noch 2009.

1.4 Leistungsbezieher*innen von Reha-Leistungen

1.4.1 Teilstationäre Hilfen der Eingliederungshilfe

Zuletzt bezogen im Dezember 2019 rund 4.000 Menschen mit Behinderungen teilstationäre Leistungen der Eingliederungshilfe, um im Bereich Arbeit, Beschäftigung und Tagesgestaltung teilhaben zu können.

Dies sind knapp 230 bewilligte Hilfen mehr als noch im Dezember 2013.

Die große Mehrheit dieser Leistungsbezieher*innen (über 80 Prozent) besuchte eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung.


Aktuell werden für das Saarland elf Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ausgewiesen (REHADAT-Datenbank; letzter Aufruf 11.01.2021).

Hinzukommen zwei Förderstätten und zuletzt sieben Integrationsprojekte (vgl. Statistik der BAG WfbM zum 01.01.2019).

Seit 2012 hat insbesondere die Zahl der Integrationsprojekte zugenommen wie die folgende Tabelle zeigt.




Die Zahl der Leistungsbezieher*innen hat sich in den saarländischen Werkstätten zwischen Dezember 2013 und Dezember 2019 um rund 6 Prozent erhöht.

Zuletzt waren dort im Dezember 2019 für 3.340 Menschen entsprechende teilstationäre Hilfen der Eingliederungshilfe bewilligt.


Abbildung 11 Leistungsempfänger*innen von Eingliederungshilfe in Werkstätten für Menschen mit Behinderung


Quelle: Landesamt für Soziales, Darstellung transfer


Im Jahr 2019 wechselten insgesamt 12 Menschen aus einer WfbM auf den Allgemeinen Arbeitsmarkt (Landesamt für Soziales).

Zu den weiteren teilstationären Leistungen für anspruchsberechtigte Menschen mit Behinderungen zählt u.a. der Besuch von Tagesförderstätten.

Im Dezember 2019 nahmen 569 Personen im Saarland eine entsprechende Hilfe in Anspruch.

Bislang gibt es im Saarland ein Angebot eines „Anderen Leistungsanbieters“ nach § 60 SGB IX.

Hierbei handelt es sich um die seit 2004 bestehende „Virtuelle Werkstatt“ der Saarland Heilstätten GmbH, die landesweit 72 Plätze für Menschen mit seelischer Behinderung vorhält (vgl. MSGFF: Medieninfo vom 24.09.2020).



Nähere Angaben zu den Leistungsbezieher*innen von teilstationären Leistungen der Eingliederungshilfe wie z.B. zu Geschlecht, Alter, Migrationshintergrund lagen zum Zeitpunkt der Berichtserstellung nicht vor.

Auch erlauben die vorliegenden Zahlen keine Aussage zur Durchlässigkeit der einzelnen Angebote.

1.4.2 Leistungen der Bundesagentur für Arbeit

Schwerbehinderte und ihnen gleichgestellte Personen können verschiedene Fördermaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen.

Inklusive der Leistungen zur Berufsauswahl und Berufsausbildung waren im Jahresschnitt 2019 rund 750 Teilnehmer*innen im Saarland in entsprechenden Leistungen verzeichnet.

Am häufigsten waren dies „Besondere Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“ (41 Prozent aller Teilnehmer*innen), wozu u.a. das Absolvieren des Eingangsverfahrens und des Berufsbildungsbereiches in Werkstätten zählen („individuelle rehaspezifische Maßnahmen“: 27 Prozent aller Teilnehmer*innen).

An zweiter und dritter Stelle folgten die Beschäftigung schaffenden Maßnahmen (18 Prozent aller Teilnehmer*innen) und die Förderung zur Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (16 Prozent aller Teilnehmer*innen).


Der Gesamtbestand an Teilnehmenden unterlag seit 2012 Schwankungen und lag zwischen 651 im Jahr 2015 und dem Höchstwert 832 im Jahr 2012.


Abbildung 12 Bestand von Schwerbehinderten Menschen in ausgewählten Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik



Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Darstellung transfer

1.4.2 Leistungen der Rentenversicherung

Nach § 9 SGB VI erbringen die Träger der Rentenversicherung „Leistungen zur Prävention, Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, Leistungen zur Nachsorge sowie ergänzende Leistungen, um

  1. den Auswirkungen einer Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung auf die Erwerbsfähigkeit der Versicherten vorzubeugen, entgegenzuwirken oder sie zu überwinden und
  2. dadurch Beeinträchtigungen der Erwerbsfähigkeit der Versicherten oder ihr vorzeitiges Ausscheiden aus dem Erwerbsleben zu verhindern oder sie möglichst dauerhaft in das Erwerbsleben wiedereinzugliedern.

Die Leistungen zur Teilhabe haben Vorrang vor Rentenleistungen, die bei erfolgreichen Leistungen zur Teilhabe nicht oder voraussichtlich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erbringen sind.“

Unter regionaler Trägerschaft der Deutschen Rentenversicherung Saarland wurden im Jahr 2019 1.809 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben abgeschlossen, knapp 26 Prozent der Leistungen wurden von Frauen in Anspruch genommen.




Mit Blick auf den Wohnort von Leistungsempfänger*innen zeigt sich, dass 2019 insgesamt 2.064 Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben nach § 9 SGB VI innerhalb des Saarlandes bezogen wurden, hier liegt der Frauenanteil bei rund 32 Prozent.


Am häufigsten wurden im Jahr 2019 Leistungen zur Erhaltung/Erlangung eines Arbeitsplatzes genutzt (64 Prozent aller abgeschlossenen Maßnahmen), gefolgt von Leistungen zur beruflichen Bildung (15 Prozent) und der Kategorie „Auswahl von Leistungen“, zu letzterer gehört nach § 49 Abs. 4 SGB IX u.a. die Arbeitserprobung.


Abbildung 13 Art der abgeschlossenen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Saarland (Wohnort), 2019


Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Berechnung und Darstellung transfer


Die Zahlen im Zeitverlauf werden nachgereicht.

1.5        Inklusionsamt

Das saarländische Inklusionsamt erfüllt die Aufgaben des Integrationsamtes nach § 185 SGB IX, hierzu zählen insbesondere:

  • die Erhebung und Verwendung der Ausgleichsabgaben
  • der Kündigungsschutz,
  • die begleitende Hilfe im Arbeitsleben.

In § 160 Abs. 1 SGB IX heißt es:

„Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl schwerbehinderter Menschen nicht beschäftigen, entrichten sie für jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz für schwerbehinderte Menschen eine Ausgleichsabgabe“.

Im Jahr 2012 wurden an das Inklusionsamt Ausgleichsabgaben in Höhe von rund 4,6 Mio. Euro gezahlt, die Zahl hat sich seitdem erhöht und lag im Jahr 2019 bei rund 6,0 Mio. Euro.


In den Jahren 2012 bis 2016 lagen die Ausgaben des Inklusionsamtes höher als die erhaltene Ausgleichsabgabe, seit 2017 übersteigen die Einnahmen die Ausgaben.


Abbildung 14 Ausgleichsabgabe: Aufkommen und Ausgaben, 2012 bis 2019


Landesamt für Soziales, Berechnung und Darstellung transfer


Das Inklusionsamt muss von Arbeitgebern ausgesprochenen Kündigungen schwerbehinderter Arbeitnehmer*innen vorab zustimmen.

Die Zahl der entsprechenden Kündigungsanträge hat 2019 im Vergleich zu 2018 deutlich zugenommen: Wurden 2018 insgesamt 196 Verfahren bearbeitet, lag die Zahl 2019 um 102 höher bei dann insgesamt 298 Verfahren (Anstieg um 52 Prozent).

Zugleich ist die Zahl der Anträge damit jedoch um rund 20 Prozent niedriger als noch 2012.

Es lagen jeweils mehrheitlich Anträge in ordentlichen Kündigungsverfahren vor.


Abbildung 15 Inklusionsamt: Kündigungsverfahren


Quelle: Landesamt für Soziales, Berechnung und Darstellung transfer


Der Integrationsfachdienst begleitete im Jahr 2019 insgesamt 819 Arbeitnehmer*innen mit Behinderung, die Zahl hat sich von jeweils rund 900 begleiteten Arbeitnehmer*innen in den Jahren 2012 bis 2014 verringert.

Die Ausgaben des Integrationsfachdienstes sind seit 2018 angestiegen und lagen zuletzt im Jahr 2019 um rund 110.000 € höher als im Jahr 2012.


Abbildung 16 Integrationsfachdienst: Begleitete Arbeitnehmer*innen und Ausgaben


Quelle: Landesamt für Soziales, Darstellung transfer


Zu den begleitenden Hilfen im Arbeitsleben heißt es in § 185 Abs. 2 SGB IX:

„Die begleitende Hilfe im Arbeitsleben wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und den übrigen Rehabilitationsträgern durchgeführt. Sie soll dahingehend wirken, dass die schwerbehinderten Menschen in ihrer sozialen Stellung nicht absinken, auf Arbeitsplätzen beschäftigt werden, auf denen sie ihre Fähigkeiten und Kenntnisse voll verwerten und weiterentwickeln können sowie durch Leistungen der Rehabilitationsträger und Maßnahmen der Arbeitgeber befähigt werden, sich am Arbeitsplatz und im Wettbewerb mit nichtbehinderten Menschen zu behaupten.“


Mit Blick auf die Verteilung der finanziellen Mittel zeigt sich, dass der mit Abstand größte Anteil (ca. 1,4 Mio. € bzw. 83 Prozent der Ausgaben für begleitende Hilfen) im Jahr 2019 auf Leistungen an Arbeitgeber entfiel – insbesondere für Beschäftigungssicherungszuschuss und personelle Unterstützung. D

ie Leistungen an schwerbehinderte Menschen hatten im Jahr 2019 ein Volumen von rund 120.000 € (7 Prozent der Ausgaben für begleitende Hilfen).


Abbildung 17 Begleitende Hilfen im Arbeitsleben: Ausgabenverteilung



Quelle: Landesamt für Soziales, Berechnung und Darstellung transfer


Im Zeitverlauf unterlagen die Ausgaben insbesondere auf Grund der Höhe institutioneller Förderungen größeren Schwankungen.


Abbildung 18 Inklusionsamt: Ausgaben für begleitende Hilfen im Arbeitsleben im Zeitverlauf


Quelle: Landesamt für Soziales, Berechnung und Darstellung transfer


1.6 Erwerbsunfähige Personen

Am 31.12.2019 bezogen 25.493 Personen im Saarland eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit nach § 43 SGB VI, 48 Prozent von ihnen waren Frauen.

„Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.“ (§ 43 Abs. 1 SGB VI)

Eine volle Erwerbsminderung liegt u.a. vor, wenn täglich nicht mindestens eine dreistündige Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann (§ 43 Abs. 2 SGB VI).

Auch bei Vorliegen einer Erwerbsminderung kann einer Erwerbstätigkeit – soweit der gesundheitliche Zustand dies zulässt – nachgegangen werden, es greifen dann Hinzuverdienstregelungen.

Im Mittel gab es seit 2012 jährlich rund 2.500 Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.


Abbildung 18 Rentenzugänge wegen verminderter Erwerbsfähigkeit im Saarland (Wohnort)



Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Berechnung und Darstellung transfer