Font Size: + -

Grunddaten zu Menschen mit Behinderungen im Saarland

Bitte beachten Sie:

Die Darstellung der Ergebnisse ist ein Entwurf.

Ergänzungen, Änderungen und Korrekturen sind vorbehalten.


Sie finden die Ergebnisse auch als *pdf unter den Dateien. Link zu 2020_12_Grunddaten Menschen mit Behinderungen


1 DIE BEVÖLKERUNG INSGESAMT

Im Saarland lebten am 31.12.2019 knapp eine Million Menschen (genau 986.887 Personen). Gut die Hälfte davon ist weiblich (51 Prozent).

In den letzten 10 Jahren ist die Zahl der Einwohner/innen im Saarland insgesamt um 35.698 Personen bzw. 3,5 Prozent zurückgegangen.

Die Altersgruppen entwickelten sich dabei unterschiedlich wie die folgende Abbildung zeigt. Die Zahl der älteren Menschen ab 65 Jahre hat seit 2013 kontinuierlich zugenommen. Die Zahl der Kinder zwischen 0 und 5 Jahre steigt seit 2015 wieder an.


Abbildung 1: Bevölkerung Saarland insgesamt – 2009 bis 2019


Die Abbildung zeigt die Bevölkerungsentwicklung im Saarland nach Altersgruppen. Die Zahl der älteren Menschen ab 65 Jahre hat seit 2013 kontinuierlich zugenommen. Die Zahl der Kinder zwischen 0 und 5 Jahre steigt seit 2015 wieder an. Quelle: Statistisches Bundesamt, Berechnung und Darstellung transfer


Quelle: Statistisches Bundesamt, Berechnung und Darstellung transfer


Ein Teil dieser Menschen zählt im Sinne von Art. 1 UN-Behindertenrechtskonvention zu den Menschen mit Behinderungen.

Wie viele Personen das im Saarland genau sind kann statistisch nicht erfasst werden.

Die vorliegenden Statistiken erlauben es aber, verschiedene Gruppen von Menschen zu betrachten, die alle „langfristige körperliche, seelische, geistige oder Sinnesbeeinträchtigungen haben, welche sie in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern können“ (Art. 1 UN-BRK).

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Behinderte und schwerbehinderte Menschen nach § 152 SGB IX
  • Menschen, die Leistungen der Eingliederungshilfe nach § 99 SGB IX beziehen
  • Menschen, deren Erwerbsfähigkeit nach § 45 SGB XII gemindert ist
  • Volljährige, für die eine Betreuung nach § 1896 BGB eingerichtet wurde
  • Menschen, die Leistungen der medizinischen Rehabilitation nach § 42 SGB IX be-ziehen oder
  • Pflegebedürftige Menschen im Sinne von § 14 SGB XI

Eine Person kann mehreren Teilgruppen angehören oder nur einer, wie viele Überschneidungen es gibt, ist nicht bekannt.

Die einzelnen Statistiken lassen sich nicht systematisch zusammenführen und es gibt Menschen mit Behinderungen, die in keiner Statistik erfasst sind – es bleiben also blinde Flecken.



2 MENSCHEN MIT FESTGESTELLTER BEHINDERUNG NACH § 152 SGB IX


Zum 31.12.2019 gab es im Saarland 214.596 Menschen mit einer festgestellten Behinderung, das ist fast jeder vierte Einwohner/jede vierte Einwohnerin.

Die Schwere der Behinderung wird mit dem Grad der Behinderung (GdB) ausgedrückt; die Mehrheit der Menschen mit Behinderungen hat einen GdB zwischen 50 und 100 und gilt damit als schwerbehindert.

87.164 Personen haben einen GdB 25 – 50, das sind 41 Prozent aller Menschen mit Behinderung und Schwerbehinderung und neun Prozent der Gesamtbevölkerung.

127.432 Personen haben einen GdB ab 50, das sind 59 Prozent aller Menschen mit einer Behinderung und Schwerbehindung und 13 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Die Menschen mit Behinderung und/oder Schwerbehinderung sind häufiger männlich als weiblich, der Anteil der Frauen liegt bei etwa 46 Prozent.



Tabelle 1 Menschen mit Behinderung im Saarland am 31.12.2019

Die Tabelle beinhaltet die Zahl der Menschen mit einer anerkannten Behinderung, die Geschlechtsverteilung und der Anteil an der Gesamtbevölkerung. . Quelle: Landesamt für Soziales, Berechnung und Darstellung transfer

Für die Menschen mit einer Schwerbehinderung liegen Angaben zu Altersgruppen vor:

Knapp 84.000 Personen mit einer Schwerbehinderung sind 65 Jahre und älter. Das sind etwa zwei Drittel aller schwerbehinderten Menschen im Saarland und neun Prozent aller über 65-Jährigen insgesamt.


Knapp über 41.000 Personen mit einer Schwerbehinderung sind zwischen 18 und 64 Jahre alt. Das ist etwa ein weiteres Drittel aller schwerbehinderten Menschen im Saarland und vier Prozent der Altersgruppe der Gesamtbevölkerung.


Knapp über 2.000 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahren haben eine Schwerbehinderung, das ist etwas über ein Prozent aller schwerbehinderten Menschen im Saarland und etwa 0,2 Prozent aller Kinder und Jugendlichen der Gesamtbevölkerung.


Die Zahl der Menschen mit Behinderung bzw. Schwerbehinderung hat im Saarland – wie auch bundesweit – in den letzten Jahren zugenommen.

Zum 31.12.2014 waren 192.040 Menschen mit Behinderung bzw. Schwerbehinderung erfasst, zum 31.12.2019 waren es 236.300 Personen.

Das ist ein Anstieg von gut 23 Prozent.


Anders als die oben dargestellte Gesamtzahl an Menschen mit Behinderung bzw. Schwerbehinderung erfasst die Schwerbehindertenstatistik nur die Menschen mit gültigem Schwerbehindertenausweis.

Auch hier ist ein Anstieg zu verzeichnen.

Am 31.12.2011 hatten 9,2 Prozent aller Saarländer/innen einen Schwerbehindertenausweis, zum 31.12.2019 hatte sich der Anteil auf 10,4 Prozent erhöht, wie die folgende Abbildung zeigt.


Abbildung 3: Schwerbehinderte mit Schwerbehindertenausweis 2011 - 2019

Die Abbildung zeigt die Entwicklung der Anzahl der Personen mit einem Schwerbehindertenausweis von 2011 bis 2019. Quelle: Statistisches Bundesamt, Berechnung und Darstellung transfer

Quelle: Statistisches Bundesamt, Berechnung und Darstellung transfer


Es scheint ein Zusammenhang mit der demographischen Alterung der Gesamtbevölkerung naheliegend, da insbesondere der Anteil der älteren Schwerbehinderten ab 65 Jahre deutlich zugenommen hat.

Zwischen den Stichtagen 31.12.2011 und 31.12.2019 ist ihr Anteil von 57 auf 66 Prozent aller Schwerbehinderten gestiegen. Der Anteil der minderjährigen Schwerbehinderten lag konstant bei jeweils unter 2 Prozent.


Mit Blick auf die Altersgruppen wird zugleich deutlich, dass Behinderung mit zunehmendem Lebensalter häufiger auftritt.

So bestanden im Saarland wie auch bundesweit 2019 nur etwa 3 Prozent aller Schwerbehinderungen von Geburt an bzw. traten innerhalb des ersten Lebensjahres auf. Ganz überwiegend entstanden Behinderungen infolge einer Krankheit – das war bei 94 Prozent der saarländischen Schwerbehinderten der Fall.

Am häufigsten gehen Behinderungen auf Schädigungen innerer Organe bzw. Organsysteme zurück (26 Prozent), gefolgt von Funktionseinschränkungen im Bereich der Wirbelsäule/des Rumpfes/ des Brustkorbes (19 Prozent).

Die Kategorie „Querschnittslähmung, zerebrale Störungen, geistig-seelische Behinderungen, Suchtkrankheiten“ wird für das Saarland als dritthäufigste Behinderungsart angegeben (16 Prozent).

Die anderen Kategorien sind:

  • Verlust, Teilverlust, Funktionseinschränkung von Gliedmaßnahmen: 14,5 Prozent
  • Blindheit und Sehbehinderung: 5,5 Prozent
  • Sprach- oder Sprechstörungen, Taubbheit, Schwerhörigkeit, Gleichgewichtsstörungen: 3,7 Prozent
  • Sonstige und ungenügend bezeichnete Behinderungen: 13,3 Prozent


Abbildung: Art der Behinderung im Vergleich BRD und Saarland in Prozent, 31.12.2019

Die Abbildung zeigt die verschiedenen Arten der Beeinträchtigung im Vergleich BRD und Saarland in Prozent. Stichtag 31.12.2019 Quelle: Statistisches Bundesamt/Statistisches Landesamt Saarland, Berechnung und Darstellung transfer


Quelle: Statistisches Bundesamt/Statistisches Landesamt Saarland, Berechnung und Darstellung transfer